Die chinesische Produkt- und Markenpiraterie wächst weiter – quantitativ und qualitativ. Die Fallzahlen nehmen zu und der Diebstahl geistigen Eigentums durch chinesische Unternehmen wird immer intelligenter. Chinesische Fälscher und Nachahmer haben inzwischen ein sehr gutes Verständnis von geistigem Eigentum, ihre Strategien werden raffinierter. Das Spektrum reicht vom Umgehen von Patenten, der aggressiven Nutzung von Gesetzeslücken und dem Fälschen von Zertifikaten bis hin zum Aufbau einer Great Wall of Patents, mit der ausländische Wettbewerber abgeblockt werden sollen.
Das Problem der betroffenen Originalhersteller ist nicht nur der gegenwärtige Umsatzverlust, der aus den aktuell auf dem Weltmarkt angebotenen Fälschungen resultiert. Ihr großes Problem ist der fortwährende Verlust von Marktanteilen auf den Exportmärkten durch das Entstehen globaler Billigmärkte mit nachgeahmten Produkten, die das eigene Geschäft auf Dauer schädigen und ruinieren können. Dazu kommt der durch Fälschungen verursachte Preisverfall und die Verwässerung und Beschädigung der eigenen Marke durch die Fälschungen.
Die chinesische Produkt- und Markenpiraterie muss in der Höhle des Löwen mit einem integrativen Ansatz bekämpft werden. Es kommt darauf an, in China durch verdeckte Ermittlungen gerichtsfeste Beweise zu sichern und seine Ansprüche durch Zivil- und Strafprozesse durchzusetzen. Erfolge müssen in den chinesischen Medien bekannt gemacht werden, um in der Fälscherszene Druck aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Organisatorische Maßnahmen in den Unternehmen, der Einsatz von Sicherheitstechnologien und politische Einflussnahme erhöhen die Barrieren gegen Counterfeiter weiter.





