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Das System des Anti-Counterfeiting 

Im Kampf gegen chinesische Produktpiraten und Markenfälscher reichen reaktive juristische Maßnahmen in Europa nicht aus. Sie wirken nur punktuell und laufen der Entwicklung hinterher. Erfolgreiche Unternehmen handeln immer auf der strategischen und der operativen Ebene – lange bevor ihr geistiges Eigentum gestohlen wird. Ihre Maßnahmen sind strategisch untermauert, weil nur eine konsistente Strategie zu abgestimmten, sich gegenseitig verstärkenden und deshalb wirksamen Gegenmaßnahmen führt.

Beim Anti-Counterfeiting liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Kombination aller verfügbaren Mittel und im frühzeitigen, proaktiven und präventiven Handeln. Es kommt darauf an, alle wirksamen Instrumente kohärent einzusetzen, so dass sie sich gegenseitig ergänzen und in der Wirkung verstärken. Ein Paket von Maßnahmen bekämpft nicht nur die bereits laufenden Aktivitäten der Fälscher, es erschwert ihnen auch präventiv den Zugang zum Markt. 

Unternehmen müssen ihre Aktivitäten des Anti-Counterfeiting strategisch fundieren und zu einem integrierten System juristischer, betriebswirtschaftlicher, technischer und politischer Gegenmaßnahmen zusammenfügen. Dieses System wird von einer organisatorischen Einheit des Unternehmens gesteuert, seine Ergebnisse werden regelmäßig von einem Monitoring-System überwacht. Das Monitoring gibt permanent Feedback und ermöglicht es, schnell auf Veränderungen seitens der Fälscher zu reagieren. Es zeigt an, wie sich die Situation des Unternehmens ändert und erlaubt eine dementsprechende Anpassung von Zielen, Strategien und Maßnahmen. Damit hat ein solches Anti-Counterfeiting-System fünf zentrale Komponenten: 1) Situationsanalyse, 2) Zieldefinition, 3) Strategiefindung, 4) Maßnahmen und 5) Ergebniskontrolle.

Anti-Counterfeiting System

Die Maßnahmen des Anti-Counterfeiting greifen unterschiedlich schnell. So haben Schutzrechte zwar nur eine minimale, aber sofortige Wirkung, wenn sie angemeldet werden. Auch technische Zugangsbarrieren wirken sofort, während Schulungsprogramme erst mittelfristig und das Lobbying mit der chinesischen Regierung in vielen Fällen sogar erst nach mehreren Jahren Wirkung hat. Die folgende Grafik zeigt eine Übersicht über die zeitliche Wirkung ausgesuchter Maßnahmen. Bei der Gestaltung des Systems sollte darauf geachtet werden, dass immer kurz-, mittel- und langfristig wirkende Maßnahmen integriert werden, um den gesamten Lebenszyklus des zu schützenden Produktes, Konzeptes oder der Marke abzudecken.

Zeitlinie

Keine dieser Maßnahmen reicht alleine aus, um ein westliches Unternehmen wirksam und dauerhaft vor den Folgen der chinesischen Produkt- und Markenpiraterie zu schützen. Die Unternehmen müssen immer juristische, betriebswirtschaftliche, technische und politische Maßnahmen durchführen, damit ein schlagkräftiges und nachhaltig schützendes System entsteht. Die Effizienz entsteht erst in der Kombination. 

Darüber hinaus muss jedes Unternehmen bei seinem Kampf gegen Produkt- und Markenpiraten die folgenden Fragen beantworten:

  1. Welche Maßnahmen sind für unser Unternehmen überhaupt relevant?
  2. Welche Maßnahmen-Kombinationen haben bei uns die größte Wirkung?
  3. Wie sieht das Kosten-Nutzen-Verhältnis der einzelnen Maßnahmenbündel aus?   

Wir gehen davon aus, dass die Pareto-Regel auch beim Anti-Counterfeiting gilt: 20 % der Maßnahmen entfalten in ihrem Zusammenwirken 80 % der Schutzwirkung. Es kommt für ein Unternehmen darauf an, die richtigen 20 % zu herausfinden.

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